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- Ein geschichtlicher Rückblick
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- Der Ursprung des Unternehmens
geht zurück bis in das Jahr 1640, als der in der Hofschaft Dorp (heutiger Solinger Stadtteil) ansässige Johannes Stamm den Zunfteid als Schwertschmied ablegt und sein Klingenzeichen "I.S. verschlungen in einem gekrönten Schild" in die Zeichen- rolle der Schwertschmiedebruderschaft eintragen läßt.
- Der Stahl, den er in seiner Schmiede zu Schwertklingen ausschmiedete, reckte er im großväterlichen bzw. väterlichen Hammer.
- Dieser mit Wasserkraft angetriebene Reckhammer, der "Stammsche Hammer" oder auch "Strohner Pockhammer" genannt wurde, lag am westlichen Ufer des Jagenberger Baches, auch Strohner bzw. Bertramsmühler Bach ge- nannt, kurz vor der Mündung in die Wupper.
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- Es wird berichtet, das
1623 etwa 25 solcher Wasser- hämmer zum Stahlraffinieren und Klingenrecken
in den näheren Bachläufen um Burg a. d. Wupper (heutiger Solinger Stadtteil) in Tätigkeit gewesen seien, die gegen Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts errichtet wurden.
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- Früher Reckhammer
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- Johannes Stamm entstammte
einer der ältesten Familien Solingens, die seit 1472 der
Schwertschmiedezunft durch Geburtsrecht angehörte und das Handwerk ausüben
durfte. In diesem Jahr erhielten die Solinger Schwertschmiede von Herzog Wilhelm II. von Berg das Privileg, sich zu einer Zunft zusammenzuschließen.
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- Dessen Enkel Johannes Peter Stamm übernahm 1717 den großväterlichen Reckhammer und ließ sich in der Hofschaft Hästen (heutiger Solinger Stadtteil) nieder. Während sein Sohn Johann Peter 1744 den Stammschen Hammer erbte, zog sein anderer Sohn Abraham in die Stadt Solingen, machte sich als Schwertschmied selbständig und ließ sein Klingenzeichen
"COMTE" in die Zeichenrolle eintragen.
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- Zeichenrolle mit Eintrag des Klingenzeichens
"COMTE"
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- Später kamen durch Erwerb oder Tausch noch die Klingen- zeichen "Schwarzer Hahn", "Schwarzes Hahneköpfgen" und die Lettern "BEAU, IOLIE, STAM" hinzu, welche auch weiß und schwarz geschlagen werden durften.
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- Nach dem Tode Abrahams im
Jahre 1770 betätigten sich die Söhne Abraham der Jüngere,
Peter Daniel und Samuel Stamm, gezwungen durch die wachsende Unsicherheit im Waffenschmiedehandwerk, in ihrer gemeinschaftlichen Fabrikation mehr und mehr als Messermacher.
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- Seit dem 16 Jahrhundert war es Sitte
geworden, bei der Mahlzeit ein besonderes Messer, das Tischmesser, zu gebrauchen. Dadurch entwickelte sich das Messermacher- handwerk. Die Schwertschmiedebruderschaft hatte jedoch das Privileg neben der Produktion von Schwertern auch Messer herzustellen, während dies umgekehrt den Messermachern nicht gestattet war.
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- 1798 tritt Samuel Stamm wegen Heirat
aus der Fabrikations- gemeinschaft aus und läßt sich als Messermacher in der Hofschaft Külf bei Gräfrath (heutiger Solinger Stadtteil) nieder. In einer Werkstatt hinter dem Haus, die in Solinger Mundart als "Schmette" bzw. bei den Schleifern als "Kotten" bezeichnet wird, schmiedete er seine Messer, die er anschließend in einem "Schleifkotten" am Külfer Bach
- selbst schliff oder schleifen ließ.
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- Die "Schleifkotten" waren früher in großer Zahl an der Wupper und ihren Bächen angesiedelt.
- Durch Stauwehre wurde das Wasser über den Abgraben zum treiben des Wasserrades abgeleitet.
- In den größeren Kotten arbeiteten oft bis zu 30 selbständige Heimarbeiter.
- Ihre gefertigte Ware mußten die Heimarbeiter selbst liefern.
- Die Liefertätigkeiten wurden meistens von den Frauen übernommen.
- Nach altem Brauch wurden 306 fertig geschliffene Messer, davon sind sechs die auf Ausfall berechneten "Zumesser", in einen Tragekorb "Liefermange" gepackt.
- Die Lieferfrau trug die schwere Last auf ihrem Kopf, die steilen Wupperberge hinauf in die Stadt zur Ablieferung
- und um neue Arbeit zurück zubringen.
1826 zog Carl Wilhelm Stamm, Sohn des Samuel Stamm, von Gräfrath nach Merscheid (heutiger Solinger Stadtteil), um eine Lehre bei dem Gabelfeiler Carl Schulder zu beginnen. Er heiratete später die Tochter seines Meisters und zog in die Hofschaft Höhe (heutiger Solinger Stadtteil Aufderhöhe).
- Dessen Sohn Carl Ernst Stamm, erwirbt in der Hofschaft Löhdorf (heutiger Solinger Stadtteil Aufderhöhe) ein Grundstück und errichtet ein Haus und eine "Schmette".
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- Nach dem Tode Carl Ernst Stamms im Jahre 1901 arbeiten dort seine Söhne August, Karl und Ferdinand für bekannte Solinger Firmen als "Oulerschfabrikanten".
- Diese Fabrikanten waren Besitzer eines kleinen heim- industriellen Betriebes, wo sie als Heimarbeiter gewisse Tätigkeiten selbst ausführten.
- Die fertigen Waren wurden in der Wohnstube, dem "Comptoir", verpackt und versandt, nachdem die anderen Arbeitsgänge, wie z.B. das Schleifen, von anderen Heimarbeitern erledigt waren.
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- August, Karl und Ferdinand Stamm mit ihren Kindern, Arbeitern und Heimarbeitern vor dem Betrieb
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- Mit der Einführung der Elektrizität um 1900 war nun das Arbeiten im eigenen "Kotten" hinter dem Haus möglich, so dass nun die Schleifarbeiten nicht mehr bei Heimarbeitern in den "Kotten" an der Wupper oder den Bächen bzw. in den um 1850 auf den Höhenrücken errichteten Dampfschleifereien, wo ca. 120 Heimarbeiter ihren Arbeitsplatz gemietet hatten, gemacht werden brauchten.
- Eine solche Dampfschleiferei, auch "Maschinn" genannt, befand sich ebenfalls im Löhdorfer Raum.
Am 31. Januar 1906 gründete Ferdinand Stamm, Gabel- feilermeister, zusammen mit seinen Brüdern August und Karl die "Gebrüder Stamm Stahlwarenfabrik" im Betrieb vor ihrem Wohnhaus Löhdorf 38, die heutige Steubenstraße 10-12.
- 1908 wurde das 8.000 qm
große Gelände "Am Schlagbaum 3", die heutige Aufderhöher Straße 87-91, erworben.
- Für 3.650 Goldmark,
nach heutigem Wert ca. 144.000 EUR, wurde ein 110 qm großes Fabrikgebäude
errichtet, in dem, nach modernsten Stand, 8 von einem Elektromotor über
Transmissionen angetriebene Schleifarbeitsstellen, sowie Nickel- und Chrom-Bäder
für die eigene Oberflächenver- edelung beherbergt waren.
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- Während des Ersten Weltkrieges, als die Firmengründer sich an der Front befanden, hielten die Söhne von August und Ferdinand Stamm, Friedrich und Willi, die Produktion von Bestecken und Küchenmessern aufrecht.
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- Willi Stamm
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- 1919 begann Willi Stamm, nachdem er seine Lehre als Schleifer bei dem bekannten Aufderhöher Messerschleifer Samuel Henkels abgeschlossen hatte, mit der Herstellung und den Verkauf hochwertiger Küchenmesser und Bestecke unter eigener Fabrikmarke.
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- Anzeige im Fachblatt der Stahlwarenindustrie "Messer und Schere" um 1920
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1937 traten Karl und August
Stamm aus dem Familien- betrieb aus und Ferdinand Stamm übernahm die
Allein- vertretung des Unternehmens. 1949 übergab Ferdinand Stamm
die Firmenleitung an seinen Sohn Willi.
1950 entwickelte man ein
neuartiges Wellenschliff-Profil für die Fertigung von schärferen
Klingen, den sogenannten "Doppel-Wellenschliff" und läßt
sich darauf ein Gebrauchs- muster eintragen. Ebenfalls entschließt
man sich den Schriftzug "Gebr. Stamm Solingen" um ein Symbol,
ein Baumstamm mit einem Ast, als Markenzeichen zu erweitern.
- 1954 wurde neben dem Vertrieb
über Kaufhäusern, wie die "Merkur Handelskette" (heute
Horten) und "de Bijenkorf"
- (Amsterdam, Niederlande),
der Direktversand eingeführt.
- Man versandt Messer und
Bestecke an Haushalte in Deutschland, Österreich und der Schweiz -
später sogar unter der Bezeichnung "Stamm Bros. Trunkworks"
an Adressen in Amerika und Australien.
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