Jedes Messer ist mit der gleichen
Präzision handgemacht. Wird aus einem Stück rostfreiem Chrom-Molybdän-Stahl
geschmiedet, eisgehärtet, fein geschliffen, poliert und abgezogen.
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- Die unterschiedlichen
Arbeitsschritte zum
- fertigen Messer
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- Jedes Messer
aus dem Hause Gebrüder Stamm ist hand- gemacht.
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- Bis ein Profi-Kochmesser
aus der Serie "GOURMET" komplett fertig ist, müssen mit
der gleichen Präzision
- über 40
einzelne Arbeitsgänge durchlaufen werden.
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- Die richtige
Rohstoffe ist für die Qualität des Messer entscheidend
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- Guter Messerstahl
besteht hauptsächlich aus legierten, magnetisierbaren Chromstahl mit
hohem Kohlenstoffanteil (0,5%) und einem Zusatz von 1 bis 2% Molybdän.
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- Auch Vanadium
kommt dabei zum Einsatz.
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- Dieser Stahl
ist bei einwandfreier Verarbeitung für die Spülmaschine
geeignet.
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- Wichtig ist
dabei vor allem, daß die während der
- Herstellung
notwendigen Prozessschritte, Härten und Enthärten / "Anlassen"
der Messerrohlinge, sorgfältig durchgeführt werden.
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- Kohlenstoff ist bedeutsam für
die Schärfe, Schneid- haltigkeit und das Feinschleifen der Messerklinge.
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- Chrom ist für die Erhöhung
der Festigkeit zuständig. Darüber hinaus werden Stähle mit
hohem Chromanteil (15%) abriebfest und rostbeständig, welches in der
Regel
- mit den Bezeichnungen
"Rostfrei", "no-stain" oder "stainless"
angegeben werden.
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- Molybdän steigert die Schneid-
und Dauerbeständigkeit.
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- Vanadium erhöht die Schneidfähigkeit
und optimiert die Wärmefestigkeit.
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- Die genaue Zusammensetzung
des von Gebrüder Stamm gebräuchlichen Messerstahls wird auf jede
Klinge geätzt:
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- X 50 CR
MO V 15
| .X |
= Edelstahl |
| .50 |
= 0,5% Kohlenstoff |
| .CR 15 |
= 15% Chrom |
| .Mo |
= Molybän |
| .V |
= Vanadium |
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- Formschneiden
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- Durch eine Exzenterpresse
werden aus rostfreiem Kohlenstoff-Chrom-Molybdän-Vanadium legierten
Walzstahl Spaltstücke in der Form eines langen, spitzen Dreiecks abgespalten.
"Schmedden" (Schmieden)
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- Der "Schläger"
(Solinger Fachausdruck für den Fallhammer-
- arbeiter) montiert das Ober- und das Untergesenk (Form- werkzeuge in welchen das Profil des Messers eingraviert ist) auf einem Riemenfallhammer und richtet es genau aus.
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- Nun erhitzt
er die Spaltstücke in einem Glühofen auf 1100°C und schmiedet
sie, sobald sie kirschrot glühen, mit dem Fallhammer.
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- Mit Hilfe eines
Gebläses werden die "Gesenke" vom Zunder, das beim Erhitzen
entsteht, freigehalten.
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- In den aufeinander
schlagenden Formwerkzeugen "Gesenke" erhält das Spaltstück
die erste, rohe Form
- eines Messers.
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- "Looken"
(Lochen / Ausstanzen)
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- Anschließend
werden Grad und Überstände der Messerrohlinge auf einer Exzenterpresse
mittels eines Lochstiftes weggeschnitten.
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- Dabei werden
die Messerrohlinge genau gelocht
- und ausgestanzt.
Um die Gleichmäßigkeit der Lochstelle zu erzielen, ist auf der Presse ein Anschlag montiert.
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- "Härden"
(Härten)
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- Die geschmiedeten
und gestanzten Messerrohlinge aus Stahl sind zunächst noch weich,
d.h. man kann sie feilen, hobeln, drehen, sägen usw. Hochwertige Schneidwerkzeuge
benötigen eine große Härte, um eine lange Schnittfähigkeit
zu gewährleisten.
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- Beim Härtevorgang,
nach dem unweltschonenden Entfetten, werden die Messerrohlinge in einer sog. Bandofenhärtung zuerst bei 1070° C erhitzt und anschließend bei -80° C abgeschreckt.
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- Das sog. Eishärten
bei -80° C verstärkt die Korrosions- beständigkeit und führt
so zu hohem Rostschutz.
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- "Ahnloten"
(Enthärten / Anlassen)
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- Die Messerrohlinge
werden anschließend im Ofen
- bei 210°
C behandelt um sie von der sog. Glashärte zu befreien.
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- Zweimaliges
Enthärten / Anlassen nimmt die Spannungen aus dem Metall und schafft somit eine
besondere flexible Stabilität.
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- Dies gibt Sicherheit
im Gebrauch und verhindert
- Klingenbruch.
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- "Schliepen"
(Schleifen)
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- Neben der Exaktheit
heutiger Schmiede-, Stanz- und Härtetechnik ist ist auch der nächste
Arbeitsgang, das Schleifen, besonders entscheident für die Qualität
- und den Gebrauchswert
des Messers.
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- Die Messerrohlinge
werden in einer Schleifmaschine dünn vorgeschliffen und bekommen so
eine eingeschnittene Ab- schrägung, die in eine Spitze ausläuft
"Schor", so daß am Ende wirklich nur die "Wate"
(Solinger Fachausdruck für
- die Schneide)
scharf ist.
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- Das machten
früher die Schleifer am nassen Schleifstein.
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- Von den Füßen
bis zum Knie schützen sich die Schleifer mit zwei angepaßten
Schutzvorrichtungen aus Holz, die auch dazu dient, den "Ortspoon"
(Schleifholz) fest an den Stein zu drücken. Wegen des ständig
fließenden Wassers tragen die Schleifer bei der Arbeit "Blotschen"
(Holzschuhe).
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- Auch heute sind noch viele
Messerschleifer selbständige Heimarbeiter. Gearbeitet wird in Werkstätten hinter dem Haus, die in Solinger Mundart als "Kotten" bezeichnet werden.
- Die "Schleifkotten" waren füher in großer Zahl an der Wupper und ihren Bächen angesiedelt.
- Durch Stauwehre wurde das Wasser über den Abgraben zum treiben des Wasserrades abgeleitet.
- In den größeren Kotten arbeiteten oft bis zu 30 selbständige Heimarbeiter.
- Ihre gefertigte Ware mußten die Heimarbeiter selbst liefern.
- Die Liefertätigkeiten wurden meistens von den Frauen übernommen.
- Nach altem Brauch wurden 306 fertig geschliffene Messer, davon sind sechs die auf Ausfall berechneten "Zumesser", in einen Tragekorb "Liefermange" gepackt.
- Die Lieferfrau trug die schwere Last auf ihrem Kopf, die steilen Wupperberge hinauf in die Stadt zur Ablieferung
- und um neue Arbeit zurück zubringen.
In den gut erhaltenen
und gepflegten "Balkhauser"- und "Wipperkotten" wird
auch heute noch gearbeitet.
"Pließten"
(spezielles
fein schleifen)
Der erste Arbeitsgang
am Schleifbock mit den Klingen aus der Schleifmaschine ist das Beseitigen
der letzten Unregelmäßigkeiten, die noch vom Ausstanzen herrühren.
Dabei wird der
Rücken des Messers und die beiden vorgeschliffenen flachen Seiten
der Klinge bearbeitet.
Wir unterscheiden
die Qualitätsstufen Gezogen, "finn gepließt" (fein
gepließtet) und "blo gepließt" (blau gepließtet).
"Pließten"
ist ein Solinger Fachausdruck für spezielles fein schleifen.
Beim "blau
pließten" drückt der Schleifer das "Blatt" (hiermit
sind die flachen Seiten der Klinge bezeichnet) auf einem Schleifholz "Ortspoon" mit seinen Beinen extrem vor die feine Schleifscheibe "Pließtscheibe".
Wichtig ist
dabei vor allem, daß die beiden Klingenflächen gleichmäßig
über die Schleifscheibe geführt werden, denn sonst bleiben sichtbare
"Schröme" (Schleifschrammen) zurück.
Eine "Blau gepließtete" Messerklinge erkennt man an der Lichtbrechung, die sich in den feinen Schleifschrammen als bläulicher Regenbogenschimmer darstellt.
Die Messerklinge
hat danach beidseitig eine sehr feine Oberfläche.
Wie damals werden
für das "Pließten" Holzscheiben gebraucht, die mit
Leder bezogen sind.
Am Leimplatz
werden diese dann in regelmäßigen Ab-
ständen
mit "Schiewelimm" (Solinger Fachausdruck für Spezialleim
aus Rübenöl, Knochenleim, Wasser und losen Schmirgelpartikeln)
beleimt und zum Trocknen über die Schleifarbeitsstellen aufgehengt.
Die richtige
Körnung zu treffen ist schon eine Kunst für sich.
Der "Schleifschmirgel"
ist je nach Arbeitsschritt, ein besonders grobes bis sehr feines Korund-Korngemisch.
Einige Solinger
Betriebe haben diese traditionelle Arbeit mit modernen Automaten abgelöst.
Logo ätzen
Die Klingenoberfläche
wird genauestens gereinigt, bevor
sie mit einem
Photo-Schutzfilm beschichtet und ultraviolettem Licht ausgesetzt wird.
Gearbeitet wird
dabei mit einem Positivfilm.
Die lichtundurchlässigen
Flächen werden nicht mit UV-
Licht auf dem
Material gefestigt. Von diesen unbelichteten
Flächen
wird die Ätz-Schutzschicht entfernt.
Beim Ätzvorgang
werden die Stellen auf der Klingen- oberfläche, welche abgewaschen
wurden, mit einem Ätzmittel weggeätzt, wodurch genau die Formen
erzielt werden, die durch den Film vorgegeben sind.
Die Dauer der
Ätzung wird strikt kontrolliert.
Die Klinge wird
danach gründlich gesäubert.
Montage
Eine der letzten
Schritte ist die Anbringung des Messergriffs.
Das Montieren
der Messerklinge mit dem Griff wird traditionell in Solingen als "Reiden"
(bereiten oder fertig machen) bezeichnet.
Die Griffschalen
müssen an die jeweilige Form des "Erls"
(Bez. für
die Verlängerung der Klinge an dem der Griff befestigt wird) angepaßt,
exakt gefräst, gebohrt und gesenkt werden.
Wir unterscheiden
den durchgehenden "Platterl" (Bez.
für den
Flacherl, der in der Regel 3 Löcher besitzt) bei geschmiedeten Messern
und den kürzeren "Stupperl", der auch Steck- oder Spitzerl
genannt wird, bei nicht geschmiedeten Messern.
Heute werden
mit Nietautomaten die Griffschalen (in Solingen als "Heïht"
(Heft) bezeichnet) mit dem "Erl"
mittels Stiften
befestigt.
Früher
wurde das noch von Hand gemacht, in dem die Hohlniete eingesetzt und dann
von der anderen Seite mit einem Hammer auf dem "Döpper"
(Solinger Fachausdruck für ein altes Werkzeug aus ca. 8 mm Rundstahl,
der in den Schraubstock gespannte wird, und am oberen Ende eine Mulde oder
Vertiefung hat) rund geschlagen wurde.
Ausmachen
und Polieren
Zunächst
wird am Schleifbock der Rücken "gepließt", anschließend
die beiden Flächen des Messergriffs.
Das Beseitigen
der letzten Unregelmäßigkeiten bezeichnet man traditionell in
Solingen als "Utmaken" (Ausmachen).
Auf dem "Hoddel"
(Bez. für eine Polierscheibe die aus Lappen besteht) wird der Messergriff
anschließend noch "geschurt" (Solinger Fachausdruck für
blank scheuern oder polieren).
Dazu wird eine
Paste aus Rübenöl, schwarzer Seife, Bimsmehl und Wasser auf den
Stoff der Scheibe aufgetragen.
"Afftrecken"
(Abziehen)
Vor der besonders
gründlichen Endkontrolle wird das Messer per Hand abgezogen.
Dabei wird die
"Wate" (Solinger Fachausdruck für die Schneide), abgeschrägt
von der Messerspitze bis zum Kropf, gleichmäßig über den
feinen Schleifstein gezogen und erhält dadurch erst seine chirurgische
Schärfe
Die Körnung
und die Härte sowie die Drehzahl des Abziehsteins sind von entscheidender
Bedeutung, über die nur der Fachmann entscheiden kann.
Jetzt ist das
Messer geschärft und gebrauchsfertig hergerichtet.
Reinigen
Endkontrolle
Das Messer wird
mit der Schneide flach über den Daumennagel gezogen.
Die "Nagelprobe"
besteht die Messerklinge, wenn sich die "Wate" (Schneide) leicht
über dem dagegen gehaltenen Daumennagel bewegt.
Alte Messerschleifermeister
bezeichnen dieses als "dünn, derb, nagelgehend, haarscharf auf
der Wate".
Auch heute wird
diese traditionelle Qualitätskontrolle bei Stichproben vorgenommen.
Die Qualität
der Verarbeitung wird nach Sicht kontrolliert.
Das Messer wird
nur freigegeben, wenn die "Wate"
(Schneide) gleichmäßig
scharf ist, Klinge und Messergriff keine Unebenheiten und Grat aufweisen.
Verpacken
und Versand
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